Computer Witz

05.01.2009
Unbemerkt von Politikern, Parapsychologen und Staatsschutz hat sich eine neue Spezies herausgebildet. Sie richtet ihr Sozialverhalten an Computer und Arbeit aus: der Homo digitalis. Die noch junge Forschung entdeckte bereits mehrere Untergruppen dieser Spezies.

Homo digitalis erectus

Stets bärtig und mit einem hohen IQ lässt sich die Herkunft des Homo digitalis erectus bis in die EDV-Frühzeit zurückverfolgen. Auf die Herkunft weisen Lieder und Gedichte wie "Ich programmiere seit 40 Jahren auf einer AS/400" oder "Die Cobol-Saga". Der Digitalis erectus zeigt seine Verbindung zum gewöhnlichen Neuzeit-Menschen durch das Verwenden von Analog-Handy-Plottern. Diese in Hemdtaschen untergebrachten Artefakte nutzt er gelegentlich, um kultische, kaum zu entziffernde Symbole zu Papier zu bringen. Derzeit verdichten sich die Hinweise, dass der Homo digitalis erectus ungeduldig ein Phänomen namens "die dritte und vierte Stelle" im Jahr 2000 erwartet.

Homo digitalis non-ms

Ein wilder Stamm stets revoltierender Hacker und Konsumverweigerer. schon zu frühen Zeiten verschloss sich der Homo digitalis non-ms dem Massentrend, auffällig war in den frühen achtziger Jahren seine Hinwendung zu WordPerfect und Pascal. Eng verwandt ist er mit dem Homo OS/2 und dem Mac-Mann. Sie glauben alle an den bösen Geist Microsoft.

Homo digitalis officeis

Eine weit verbreitete Gattung. Ernährt sich von Schreibarbeiten, Kalkulationen und dem Sammeln von Daten. Im Winter jagen die Männchen nach mehr Performance, da die Brunftzeit, "Update" genannt, ansteht. Der Homo digitalis officeis lebt stehts mit einem Symbionten, dem Virtuellen Assistenten. Der nimmt ihm alle Routine-Tätigkeiten und meist auch das Denken ab. Ein für Forscher interessantes, aber noch ungeklärtes Verhaltensmuster: die Nachkommen des Homos officeis züchten Computertierchen, offenbar, um sich auf das Leben vorzubereiten. In Laborversuchen mit naturbelassenen Hamstern freuen sich die Officeis-Kinder über deren Quiecken, sobald sie auf einen der beiden glänzenden Fütterungs-Buttons im Gesicht drücken.

Aussterbende Kulturen

Nur noch selten entdecken Anthropologen Vertreter des Australopithecus amigeis sowie des Chromagnon-Atarianer. Diese Spezies rotten sich in langen ideologischen Auseinandersetzungen gegenseitig aus. Noch früher verschwand der 8-Bit-Mensch. Forscher datierten erst kürzlich Chip-Überreste einer digitalen Frühkultur auf das Jahr 6502 v. Chr. Diese Epoche löste wohl ein Zeitalter ab, über das es nur lückenhafte Erkenntnisse gibt. Funde lassen darauf schließen, dass Pappkartons mit Lochmustern eine große kulturelle Rolle spielten.